Meist sieht es Ihr Zahnarzt zuerst – an den typischen Schlifffacetten und Auswaschungen auf den Zähnen. Weitere Hinweise sind eine morgendliche Verspannung im Kiefer, empfindliche Zähne (und manchmal auch der Hinweis Ihres Partners oder Ihrer Partnerin).
Zähneknirschen – unbemerkt, aber nicht folgenlos
Unbewusstes Zähneknirschen und -pressen hinterlässt deutliche Spuren an Zähnen, Gelenken und Muskulatur.
Die meisten Menschen, die mit den Zähnen knirschen oder pressen, bemerken es selbst nicht. Es passiert nachts, manchmal auch tagsüber unter Stress. Dabei entstehen erhebliche Kräfte. Langfristig zeigen sich die Folgen: Zahnhartsubstanz reibt sich ab, Risse im Zahnschmelz entstehen, Zähne werden überempfindlich. Kiefergelenk- und Muskelschmerzen treten auf, oft verbunden mit chronischen Verspannungen im Kopf- und Nackenbereich.
Diagnose und Behandlung
Wir diagnostizieren über eine gründliche Befunderhebung. Schlifffacetten – Abriebspuren auf den Zahnflächen – und punktuelle Aushöhlungen auf den Kauflächen sind oft der erste Hinweis für Ihren Zahnarzt. Dazu prüfen wir die Muskulatur und beurteilen die Kiefergelenkfunktion.
Fast immer kommt eine individuell angepasste Knirsch-Schiene (Okklusionsschiene) zum Einsatz. Sie schützt die Zähne und entlastet die Kiefermuskulatur. Die Schiene behandelt jedoch nicht die Ursache. Zähneknirschen hat neben messbaren Faktoren wie einer ungleichmäßigen Bisssituation häufig psychosomatische Wurzeln – Stress, Anspannung, Schlafprobleme. Eine wirklich nachhaltige Behandlung schaut deshalb weiter. Bei Bedarf arbeiten wir mit Physiotherapeuten, Osteopathen, Kieferorthopäden und anderen Fachrichtungen zusammen.
- Abriebspuren und abgeflachte Kauflächen
- Überempfindliche Zähne
- Verspannte Kaumuskulatur, besonders morgens
- Kopf- und Nackenschmerzen
- Risse oder Absplitterungen im Zahnschmelz
- Der Partner hört nachts ein Knirsch- oder Mahlgeräusch
Behandlungsablauf
Befunderhebung
Abformung oder Scan und Vermessung
Eingliederung
Kontrolle
Ursachen angehen
Ihre Fragen, unsere Antworten
Die Schiene schützt Ihre Zähne vor weiterem Abrieb und entlastet gleichzeitig die Muskulatur. Diese Entlastung allein kann sich schon positiv auf die Hyperaktivität der Muskeln auswirken. Wir versuchen aber auch, gemeinsam mit Ihnen die Ursachen für das verstärkte Arbeiten der Muskeln zu finden und diese wenn möglich zu beheben
In Phasen, in denen Sie knirschen, ja. Viele Patienten merken mit der Zeit selbst, wann angespannte Zeiten sind, und tragen die Schiene dann besonders konsequent. Wichtig zu wissen ist, dass die Schiene möglicherweise nicht mehr richtig passt, wenn Sie sie länger nicht tragen, da die Zähne sich ohne Schiene immer leicht verschieben können.
Eine Knirsch-Schiene ist in der Regel Kassenleistung. Die ausführliche Diagnostik und genaue Vermessung, die für die Behebung der Ursachen und individuelle Anpassung der Schiene ausschlaggebend sind, sind Privatleistung. Wir informieren Sie vorab über die Kosten.
Im Milchgebiss ist Knirschen häufig und meist harmlos. Es gehört oft zur normalen Entwicklung des Bisses. Wir behalten es bei den Kontrollterminen im Blick.
Alles, was Anspannung abbaut, hilft: Bewegung, regelmäßiger Schlaf, Entspannungstechniken. Und tagsüber bewusst lockerlassen – die Zähne haben nur beim Kauen Kontakt, sonst nicht.